HOMER Grid

Aktualisiert: Juli 26, 2026
Vorteile
  • In der Branche bewährte Berechnungsengine, die auf grundlegenden Forschungsmethoden des NREL basiert.
  • Kombiniert wirtschaftliche Analysen und komplexe technische Berechnungen in einem einzigen Arbeitsablauf.
  • Präzise Tools zur Modellierung von zeitabhängigen Stromtarifen und zur Reduzierung von Leistungsgebühren.
  • Fortschrittliche Modellierung für moderne Anwendungsfälle wie Ladesysteme für Elektrofahrzeuge und batteriegestützte Ausfallsicherheit.
  • Umfangreiche automatisierte Sensitivitätstests, die den Beteiligten helfen, finanzielle Risiken zu reduzieren.
Nachteile
  • Es fehlen native CAD-Funktionen und visuelle Zeichenwerkzeuge für 3D-Layouts oder die Modellierung von Dachkonstruktionen.
  • Aufgrund der analytischen Tiefe und der detaillierten technischen Eingaben ist die anfängliche Einarbeitungszeit recht lang.
  • Die Standardpakete sind auf eine lokale Desktop-Umgebung beschränkt und bieten keine kollaborative, cloudbasierte Plattform.

Gewerbe- und Industrieanlagen stehen mehr denn je unter Druck, sich im Dschungel der komplizierten Stromtarife zurechtzufinden, Spitzenlastgebühren drastisch zu senken und ihren CO₂-Fußabdruck zu verringern. Um diese Herausforderungen direkt anzugehen, muss das perfekte Gleichgewicht zwischen Solaranlagen vor Ort, Energiespeichern und dem sich täglich ändernden Bedarf der Anlage gefunden werden.

HOMER Grid macht Schluss mit dem Rätselraten bei diesen komplexen Problemen, indem es fundierte technische Analysen mit wirtschaftlichen Realitäten in einer reibungslosen, benutzerfreundlichen Modellierungsplattform vereint. Durch die Analyse lokaler Stromtarife und historischer Wetterdaten ermöglicht die Software Ingenieuren und Entwicklern, Hunderte verschiedener Konfigurationen zu testen, um die kosteneffizienteste Option zu finden, noch bevor mit dem Bau begonnen wird.

Was ist HOMER Grid?

HOMER Grid ist eine Desktop-Simulations- und Optimierungsplattform, die speziell für netzgekoppelte, hinter dem Zähler installierte Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt wurde. Die ursprünglich am National Renewable Energy Laboratory (NREL) entwickelte Software genießt weltweit das Vertrauen einer Community von über 250.000 Nutzern in 190 Ländern.

Die Plattform soll Energiemanagern von Einrichtungen, Solarinstallateuren, Entwicklern und Ingenieurberatern dabei helfen, Hybridsysteme für Gewerbe-, Industrie- und institutionelle Immobilien zu entwerfen. Durch präzise, stündliche Energiebilanzberechnungen für ein ganzes Jahr modelliert HOMER Grid exakt, wie der Strom durch verschiedene Erzeugungs- und Speicheranlagen fließt, und zeigt gleichzeitig wichtige finanzielle Kennzahlen wie Kapitalrendite und Amortisationszeiten deutlich auf.

Funktionen

  • Optimierung der Anlagengröße: Testet automatisch Hunderte von Anlagengrößen, um die ideale Kombination aus Solar-, Wind- und Batteriespeicher zu ermitteln, die die niedrigsten Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus bietet.
  • Management der Leistungsgebühren: Vergleicht die Spitzenlastdaten einer Anlage mit komplexen Stromtarifstrukturen, um aufzuzeigen, wie die Erzeugung vor Ort und Batterien die Gebühren für Spitzenlasten senken können.
  • Modellierung von EV-Ladestationen: Simuliert und optimiert die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und hilft Anwendern dabei, die Ladegewohnheiten der Fahrzeuge mit der Stromerzeugung vor Ort oder dem aufschiebbaren Energiebedarf abzustimmen.
  • Analyse der Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit: Modelliert die Leistung von Hybridsystemen bei Netzausfällen oder Notfällen und verdeutlicht deren Nutzen für Unternehmen, die Netzunabhängigkeit oder Notstromversorgung benötigen.
  • Umfassende Tarifgestaltung: Stellt eine Verbindung zur Genability-Tarifdatenbank her, um regionale Stromtarife abzurufen, und ermöglicht es Teams gleichzeitig, maßgeschneiderte Strukturen für komplexe gewerbliche oder industrielle Tarife zu erstellen.
  • Sensitivitätsanalyse: Führt multivariable Simulationen durch, um zu zeigen, wie sich die Wirtschaftlichkeit eines Projekts ändern kann, wenn die Brennstoffkosten steigen, sich die Preise für Ausrüstung verändern oder der Energiebedarf einer Anlage im Laufe der Zeit zunimmt.

Screenshots

HOMER Grid-Preise

HOMER Grid ist über Abonnementlizenzen erhältlich, die an einzelne Benutzerplätze gebunden sind. Zu den Standardpreisoptionen gehören:

  • Kostenlose Testversion: Es steht eine 14-tägige kostenlose Testversion zur Verfügung, damit neue Nutzer die Funktionen der Plattform vor dem Abschluss eines Abonnements testen können.
  • Jahresabo: Der Standardpreis beträgt 350 US-Dollar pro Monat, was bei jährlicher Abrechnung 4.200 US-Dollar pro Jahr entspricht.
  • Monatsabo: Ein flexibles Monatsabonnement ist für 665 US-Dollar pro Monat erhältlich, was bei Nutzung über ein ganzes Jahr insgesamt 7.980 US-Dollar ergibt.
  • Lizenzen für Hochschulen und Studierende: Für akkreditierte Bildungseinrichtungen gelten ermäßigte Tarife, wobei die Nutzung auf nichtkommerzielle Lehr- und Forschungszwecke beschränkt ist.
  • Erweiterungspakete: Teams können ihre Arbeitsabläufe durch spezielle Systemerweiterungen, maßgeschneiderte Schulungen und dedizierten Support erweitern.

Integrationen

Obwohl öffentliche Informationen über native Anwendungsintegrationen begrenzt sind, bietet HOMER Grid nützliche Datenbankverbindungen und Exportoptionen:

  • Versorgungsdatenbanken: Beinhaltet integrierten Zugriff auf die Genability-Tarifdatenbank zur präzisen Modellierung regionaler Stromtarife in verschiedenen Gebieten.
  • Umweltressourcen: Stellt eine Verbindung zu NASA-Datenbanken her, um historische Sonneneinstrahlungs- und Winddaten basierend auf spezifischen Projektkoordinaten herunterzuladen.
  • Benutzerdefinierte Analyse: Ermöglicht es Benutzern, Simulationsdaten zu exportieren, um die stündliche Leistung oder die mehrjährige Hardware-Abnutzung in externen Tools genauer zu analysieren.

So richten Sie HOMER Grid ein

  1. Besuchen Sie die offizielle Website und laden Sie den Desktop-Installationsassistenten herunter.
  2. Registrieren Sie ein Konto, um die 14-tägige kostenlose Testphase zu starten, oder aktivieren Sie einen erworbenen Ein-Benutzer-Lizenzschlüssel.
  3. Geben Sie den genauen Standort des Projekts ein, um lokale Klimadaten und regionale Genability-Versorgertarife abzurufen.
  4. Laden Sie die historischen Stromlastprofile der Anlage im 15-Minuten- oder Stunden-Takt hoch, um deren Verbrauchsverläufe abzubilden.
  5. Erstellen Sie das Hybridsystemmodell, indem Sie Komponenten wie Solaranlagen, Windkraftanlagen und Batteriespeicher hinzufügen.

So verwenden Sie HOMER Grid

Ein typisches Projekt beginnt mit der Festlegung des Standorts und der Definition des Strombedarfs der Anlage. Benutzer können tatsächliche historische Lastkurven eingeben oder integrierte Vorlagen verwenden, die gängige Betriebsmuster von Anlagen abbilden. Anschließend können sie Anlagen aus dem Komponentenkatalog auswählen und deren Größe, Kosten sowie Leistungsmerkmale festlegen.

Sobald das Modell fertig ist, berechnet die Simulations-Engine die Leistung für ein ganzes Jahr auf Stundenbasis. Dabei wird die Energieerzeugung mit dem tatsächlichen Bedarf abgeglichen und ermittelt, wann es finanziell am sinnvollsten ist, Strom zu speichern, Strom aus dem Netz zu beziehen oder Batteriereserven zu entladen.

Entwickler können die nach Rangfolge sortierten Ergebnisse überprüfen, um die Konfigurationen zu identifizieren, die die größten Einsparungen erzielen. Mithilfe einer Sensitivitätsanalyse lässt sich anschließend bewerten, wie sich diese Konfigurationen bei zukünftigen Änderungen der Stromtarife, Brennstoffpreise, Anlagenkosten oder des Energiebedarfs verhalten würden.

Was Sie mit HOMER Grid verwalten können

  • Projektmachbarkeitsberichte: Datengestützte Dokumente, die die technischen Anforderungen und Einschränkungen eines geplanten Mikronetzstandorts detailliert beschreiben.
  • ROI- und Finanzvergleiche: Cashflow-Analysen, die Amortisationszeiten, den anfänglichen Kapitalbedarf und die prognostizierten Einsparungen bei den Stromkosten aufzeigen.
  • Strategien zum Batterieeinsatz: Maßgeschneiderte Betriebsregeln, die festlegen, wann Speichersysteme laden oder entladen sollten, um Einsparungen bei den nachfrageabhängigen Gebühren zu maximieren.
  • Emissionsnachweise: Quantifizierbare Prognosen der jährlichen CO₂-Emissionen, die die Nachhaltigkeits- und Compliance-Ziele von Unternehmen unterstützen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was leistet HOMER Grid?

HOMER Grid ist ein Werkzeug zur technischen und wirtschaftlichen Optimierung, das zur Planung von netzgekoppelten Stromversorgungssystemen hinter dem Zähler eingesetzt wird. Es ermittelt die kosteneffizienteste Kombination von Komponenten, die erforderlich ist, um den Energiebedarf einer Anlage zu decken und gleichzeitig teure Leistungsgebühren der Energieversorger zu reduzieren.

Für wen eignet sich HOMER Grid am besten?

Die Plattform richtet sich an gewerbliche und industrielle Solarentwickler, Anlageninstallateure, Anlageningenieure, Ingenieurberater und Mikronetz-Architekten. Sie ist besonders nützlich für Teams, die detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalysen für Hybrid-Energieprojekte oder EV-Ladezentren erstellen müssen.

Ist HOMER Grid kostenlos?

HOMER Grid ist eine professionelle Premium-Software, aber neue Nutzer können sich für eine 14-tägige kostenlose Testversion mit vollem Funktionsumfang registrieren. Das Unternehmen stellt zudem vereinfachte, webbasierte Dimensionierungstools für schnelle Sondierungsberechnungen zur Verfügung.

Was sind die wichtigsten Einschränkungen von HOMER Grid?

Die Plattform konzentriert sich auf mathematische Modellierung, Simulation und Projektwirtschaftlichkeit. Sie enthält keine integrierten Tools für die Layout-Gestaltung, keine 3D-Dachkartierung und keine Funktionen zur physischen Standortskizze. Die Standardsoftware ist zudem an eine lokale Desktop-Installation gebunden und nicht an einen gemeinsamen Cloud-Arbeitsbereich.

Was sind die besten Alternativen zu HOMER Grid?

Zu den starken Alternativen zählen das kostenlose „System Advisor Model“ (SAM) des National Renewable Energy Laboratory, cloudbasierte Plattformen zur Planung von Mikronetzen wie Xendee sowie Tools zur Analyse von Speichersystemen hinter dem Zähler wie Energy Toolbase.