PSS®E
Vorteile
- Branchenführende Plattform mit jahrzehntelanger Bewährung im Versorgungssektor.
- Hohe Skalierbarkeit für große Übertragungsnetze.
- Umfangreiche Bibliothek mit Standard- und herstellerspezifischen Modellen.
- Leistungsstarke Unterstützung für Python-Automatisierung und Skripting.
- Hervorragende Funktionen für Kontingenz- und Zuverlässigkeitsanalysen.
- Weit verbreitet und anerkannt für regulatorische sowie Netzplanungsstudien.
Nachteile
- Sehr steile Lernkurve, die spezialisiertes ingenieurtechnisches Fachwissen erfordert.
- Hohe Lizenz- und Schulungskosten.
- Komplexes modulares Preismodell.
- Hardwarebasierte Lizenzierung kann Remote-Bereitstellungen erschweren.
- Die Benutzeroberfläche wirkt im Vergleich zu modernen SaaS-Plattformen weniger zeitgemäß.
Moderne Stromnetze werden zunehmend komplexer, da der Ausbau erneuerbarer Energien, dezentraler Erzeugungsanlagen und steigende Anforderungen an Übertragungsnetze die Netzstabilität stärker beanspruchen. Energieversorger und Übertragungsnetzbetreiber müssen die Netzstabilität, das Fehlerverhalten und Lastflussbedingungen kontinuierlich analysieren, um Ausfälle zu vermeiden und Infrastrukturinvestitionen zu optimieren. PSS®E unterstützt diese Aufgaben mit leistungsstarken Funktionen zur Simulation elektrischer Energiesysteme und zur Planung von Übertragungsnetzen.
PSS®E gilt als einer der Industriestandards für die Analyse von Übertragungsnetzen und ermöglicht Energieversorgern, Ingenieurbüros, Forschungseinrichtungen und Netzbetreibern, detaillierte digitale Modelle elektrischer Netze zu erstellen und deren Verhalten sowohl im Normalbetrieb als auch unter Fehlerbedingungen zu simulieren.
Was ist PSS®E?
PSS®E (Power System Simulator for Engineering) ist eine professionelle Simulationsplattform für elektrische Energiesysteme, die von Siemens für die Analyse von Übertragungsnetzen und Stromversorgungssystemen entwickelt wurde.
Die Software wurde ursprünglich 1976 eingeführt und wird für Lastflussberechnungen, Kurzschlussanalysen, Kontingenzanalysen, dynamische Stabilitätssimulationen sowie die Planung von Übertragungsnetzen in großflächigen Stromversorgungssystemen eingesetzt.
Funktionen
- Erweiterte Lastflussanalyse: Simulation stationärer Spannungen, Ströme und Netzbelastungen in großen Übertragungsnetzen.
- Bibliothek für dynamische Simulationen: Analyse des Verhaltens von Generatoren, erneuerbaren Energieanlagen und der Netzstabilität bei Störungen.
- Offene Python-API: Automatisierung von Arbeitsabläufen und Integration von Simulationen durch umfangreiche Python-Skripting-Funktionen.
- Kurzschlussanalyse: Berechnung von Fehlerströmen und Bewertung der Schutzsystemkoordination.
- Kontingenz- und Zuverlässigkeitsanalyse: Durchführung von N-1- und N-2-Studien zur Planung von Übertragungsnetzen.
- Optimal Power Flow (OPF): Optimierung von Erzeugungseinsatz, Netzverlusten und betrieblichen Randbedingungen.
- Integrierte Visualisierung: Erstellung von Netzdiagrammen, Konturkarten und Analyseberichten.
Screenshots
PSS®E Preise
PSS®E verwendet ein modulares Enterprise-Lizenzmodell, dessen Kosten vom Funktionsumfang und der gewünschten Analysetiefe abhängen.
- Basispaket: Enthält die grundlegenden Funktionen für Lastfluss- und Kontingenzanalysen.
- Standardpaket: Ergänzt Kurzschlussanalysen und Module für dynamische Simulationen.
- Erweitertes Paket: Beinhaltet OPF sowie zusätzliche Analysewerkzeuge.
- Expertenpaket: Umfasst Module für Harmonische und Zeitreihenanalysen.
- Akademische Version: PSS®E Xplore steht als eingeschränkte kostenlose Bildungsedition zur Verfügung.
- Schulungskosten: Professionelle Siemens-Schulungen können zusätzliche Gebühren verursachen.
Integrationen
PSS®E unterstützt die Integration mit Engineering-, Skripting- und Co-Simulationsumgebungen.
- Python-API: Umfangreiche Unterstützung für Skripting und Automatisierung.
- Fortran-Kompatibilität: Unterstützung für bestehende Modelle von Energieversorgern und Herstellern.
- PSCAD-Integration: Hybrid-Workflows für EMT- und Transientenstabilitäts-Co-Simulationen.
- OpenDSS-Interoperabilität: Unterstützung von Studien zur Interaktion zwischen Übertragungs- und Verteilnetzen.
- Excel und Reporting: Export von Berichten und Analyseergebnissen in Tabellenkalkulationen.
- GIS-Kartenintegration: Darstellung von Netzdiagrammen auf geografischen Infrastrukturkarten.
So richten Sie PSS®E ein
- Kontaktieren Sie Siemens, um das passende Lizenzpaket auszuwählen.
- Laden Sie die Installationsdateien über das Siemens Grid Software Portal herunter.
- Installieren Sie die Software auf einer unterstützten Windows-Workstation.
- Konfigurieren Sie die Lizenzierung und gegebenenfalls den Hardware-Dongle.
- Richten Sie die Python-Umgebung für automatisierte Skripte ein.
- Importieren oder erstellen Sie Netzmodelle und Simulationsdatensätze.
So verwenden Sie PSS®E
Ingenieure beginnen in der Regel mit dem Import von Daten des Übertragungsnetzes, darunter Sammelschienen, Freileitungen, Transformatoren und Generatoren, in die Simulationsumgebung. Anschließend werden Lastflussberechnungen durchgeführt, um Spannungsniveaus, Leistungsflüsse und die Auslastung der Betriebsmittel zu überprüfen.
Für Zuverlässigkeits- und Stabilitätsanalysen werden Kontingenz- und Fehlersimulationen ausgeführt, um das Verhalten des Netzes unter verschiedenen Störungsszenarien zu untersuchen. Dynamische Simulationen helfen dabei, Frequenzverhalten, Schwingungen und die Erholung des Systems nach Netzereignissen zu bewerten.
Was Sie mit PSS®E verwalten können
- Übertragungsnetzmodelle: Simulation großflächiger Stromnetze und Netzbetriebsprozesse.
- Lastflussanalysen: Untersuchung stationärer Spannungs- und Lastbedingungen.
- Dynamische Stabilitätssimulationen: Bewertung des Netzverhaltens bei Fehlern und Störungen.
- Kurzschlussanalysen: Berechnung von Fehlerströmen und Anforderungen an Schutzsysteme.
- Kontingenzplanung: Erkennung von Zuverlässigkeitsrisiken und Schwachstellen der Infrastruktur.
- Automatisierte Engineering-Workflows: Ausführung wiederkehrender Simulationen mit Python-Skripten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was macht PSS®E?
PSS®E simuliert und analysiert elektrische Übertragungsnetze, um Lastflussberechnungen, Stabilitätsanalysen, Fehlerstromberechnungen und die Netzplanung zu unterstützen.
Für wen eignet sich PSS®E am besten?
Die Software richtet sich an Ingenieure von Energieversorgern, Übertragungsnetzbetreiber, Beratungsunternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen mit Schwerpunkt auf Energiesystemanalyse und Netzplanung.
Ist PSS®E kostenlos?
Nein. PSS®E ist eine kommerzielle professionelle Software. Siemens bietet jedoch mit PSS®E Xplore eine eingeschränkte kostenlose Version für Ausbildungs- und Lehrzwecke an.
Was sind die größten Einschränkungen von PSS®E?
Zu den wichtigsten Einschränkungen zählen die hohen Lizenzkosten, die steile Lernkurve, hardwarebasierte Lizenzierungsanforderungen sowie der Bedarf an spezialisiertem ingenieurtechnischem Fachwissen.
Welche Alternativen gibt es zu PSS®E?
Beliebte Alternativen sind DIgSILENT PowerFactory, ETAP, GE PSLF, PowerWorld Simulator und OpenDSS.









